Brennwert und Heizwert von Wasserstoff
Bei der Verbrennung (Oxidation) von wasserstoffhaltigen Verbindungen wird Wasser gebildet. Aus thermodynamischer Sicht kann
dieses Produktwasser (unabhängig von der Temperatur) flüssig oder gasförmig anfallen. Je nachdem wird die Reaktionsenthalpie
(Verbrennungswärme) dann als Brennwert (früher "oberer" Heizwert) oder Heizwert (früher "unterer" Heizwert) bezeichnet.
Die Energiedifferenz von Brenn- und Heizwert entspricht der Verdampfungsenthalpie (bzw. Kondensationsenthalpie) von Wasser.
Beim Brennwert fällt Wasser flüssig an, daher ist die Verdampfungsenthalpie enthalten und der Brennwert ist vom Betrag her größer als der Heizwert.
Heizwert: H2 + 1/2 O2 -> H2O(g) DH = -241,8 kJ/mol
| MJ |
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kWh |
| 10,79 MJ/Nm3 |
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3,00 kWh/Nm3 |
| 120,00 MJ/kg |
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33,33 kWh/kg |
Brennwert: H2 + 1/2 O2 -> H2O(l) DH = -285,8 kJ/mol
| MJ |
|
kWh |
| 12,75 MJ/Nm3 |
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3,54 kWh/Nm3 |
| 141,85 MJ/kg |
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39,40 kWh/kg |
Flüssiger Wasserstoff (LH2 = engl. liquid hydrogen) lässt sich in stationären und mobilen Tanks, die durch spezielle
Isolierungen eine Abdampfrate von unter 0,05% erreichen können, speichern. Diese Tanks werden auch Kryotanks oder
Kryospeicher genannt (griech. kryos = kalt). Zwar liegt die volumenspezifische Speicherdichte bei 2,13 kWh/l (ca. 4,5 kWh/kg),
doch der Wasserstoff muß dafür zunächst auf -253°C verflüssigt werden.
Zur Herstellung – etwa aus Wasser oder Kohlenwasserstoff – gibt es heute eine Reihe unterschiedlichster Verfahren.
Zu den wichtigsten gehört die Gewinnung aus Erdgas. Eine wirklich schadstofffreie Mobilität ist jedoch nur möglich,
wenn Wasserstoff mithilfe regenerativer Energiequellen wie Wasser-, Wind- und Solarkraft oder aus Biomasse gewonnen wird.
In zahlreichen Forschungsprojekten arbeitet die Automobilindustrie in Kooperation mit der chemischen Industrie und den
Mineralölgesellschaften seit Jahren an der Entwicklung praxistauglicher Fahrzeuge sowie an Betankungskonzepten.
11.04.2003 - BMW und General Motors/Opel haben ein offenes Konsortium gegründet, das auf die Entwicklung einer "standardisierten
automobilgerechten Flüssigwasserstoff-Kupplung" zielt. Und um dem gesamten Projekt, das eine für alle einheitliche Lösung anstrebt,
von Anfang an eine möglichst breite Basis zu verschaffen, laden beide Partner andere Automobilhersteller und Zulieferer ein, hier ihren
Beitrag zu leisten. "Wir wollen den Fortschritt bei der Speicherung und der Verteilung von flüssigem Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft
beschleunigen", erklärt Larry Burns, General Motors Vice President für Forschung, Entwicklung und Planung.
Komprimierter und flüssiger Wasserstoff könnten laut Burns mit "vielversprechendem Potenzial" in Wasserstoff-Fahrzeugen genutzt werden.
Ferner biete flüssiger Wasserstoff Vorteile bezüglich der Kraftstoffverteilung sowie der Reichweite der Fahrzeuge. Konkret werde sich die
Zusammenarbeit nach Angaben von Christoph Huss, Leiter der Wissenschafts- und Verkehrspolitik der BMW Group, darauf konzentrieren,
globale Standards zu schaffen, Spezifikationen für Zulieferer zu erstellen und die technisch beste und kostengünstigste Lösung zu finden.
"Wir gehen langfristig von einem flächendeckenden Netzwerk von 10.000 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland aus", verrät Huss.
"Doch schon heute müssen wir die Erarbeitung von Standards angehen, damit die Kunden nicht mit verschiedenen Systemen konfrontiert werden."
So sei die Normierung der Tankkupplung eine absolute Notwendigkeit. Nach seinem Dafürhalten bietet Flüssigwasserstoff die zweckmäßigste
Möglichkeit, Wasserstoff zu transportieren, bevor eine Infrastruktur von Wasserstoff-Pipelines vorhanden ist. Der Zusammenschluss werde nun
dazu beitragen, die Wasserstoff-Infrastruktur schneller voran zu bringen.
Bereits um das Jahr 2010 wollen GM/Opel und BMW nach eigenen Angaben in der Lage sein, "erschwingliche und begeisternde Wasserstoff-Fahrzeuge"
verkaufen zu können. Und um dieses Ziel zu erreichen, müssten sich beide Unternehmen auf die Speicherung und den Umgang mit der Technologie
konzentrieren. Dabei lehnt sich die zu entwickelnde Flüssigwasserstoff-Kupplung an den Richtlinienentwurf des European Integrated Hydrogen Project
(EIHP) an. Den entstehenden ECE-Richtlinien für Wasserstoff-betriebene Fahrzeuge (Economic Commission of Europe der Vereinten Nationen)
liegen diese Entwürfe des EIHP zugrunde. Auch nach Ansicht von Dr. Udo Winter, Chefingenieur für automobile Brennstoffzellen-Anwendungen bei
GM Fuel Cell Activities, wird sich Wasserstoff nur mit Kooperationen bei der Entwicklung und der Standardisierung von Wasserstoff- und
Brennstoffzellen-Technologien sowie dem Aufbau von Partnerschaften mit der Zuliefererindustrie schnell weltweit als Kraftstoff der Zukunft durchsetzen.
Der Nernstsche Apparat zur Verflüssigung von Wasserstoff
Nach dem Helium ist Wasserstoff das am schwersten zu verflüssigende Gas; seine Siedetemperatur bei
Atmosphärendruck liegt bei -252,6°, also kaum mehr als 20° über dem absoluten Nullpunkt.
Durch bloße Kompression läßt er sich nicht verflüssigen, das Gas muß vielmehr vorgekühlt werden,
was heute nicht mehr schwierig ist, seitdem flüssige Luft zu billigem Preis käuflich ist. - Das Prinzip der
Wasserstoff-Verflüssigungsapparate ist folgendes: Komprimiertes Wasserstoffgas (auf 70 - 150 Atmosphären),
wie es käuflich zu haben ist, wird durch flüssige Luft gekühlt, die bei -195° siedet. Läßt man nun den gekühlten,
komprimierten Wasserstoff sich ausdehnen, so kühlt er sich weiter ab und die so entstandene tiefere Kälte
verwendet man von neuem zum Abkühlen des komprimierten Wasserstoffs. Schließlich gelangt man so zu
einer so niedern Temperatur, daß sich der Wasserstoff verflüssigt. - Bisher waren die dazu verwendeten Apparate
sehr kompliziert. In neuster Zeit hat jedoch Geh. Rat Nernst einen relativ einfachen, kompendiösen Apparat
konstruiert, mit dem sich auch kleinere Mengen flüssigen Wasserstoffs herstellen lassen und bei dem es möglich ist,
gleich in dem Apparat selbst, ohne umzufüllen, mit dem flüssigen Wasserstoff zu experimentieren. Zu diesem
Zweck ist die eigentliche Verflüssigungskammer luftdicht verschlossen und in einem besonderen Vakuumgefäß
sammelt sich der verflüssigte Wasserstoff.